microsoft.public.de.security.heimanwender FAQ
Eine PDF-Version dieses Dokuments (z.B. zum Ausdruck) steht unter
http://faq.underflow.de/mpdshfaq.pdf zum
Download bereit.
Worum geht's hier eigentlich?
In der Newsgroup microsoft.public.de.security.heimanwender
treten bestimmte Fragen zum Thema Sicherheit sehr häufig auf.
Dieses Dokument versucht die häufigsten und wichtigsten Fragen
zu beantworten. Natürlich erhebt dieses Dokument keinerlei
Anspruch auf Vollständigkeit, da es bewußt
verständlich formuliert wurde und deshalb nicht auf alle
Details eingeht. Es werden jedoch zumeist am Ende eines jeden
Abschnitts eine große Zahl von Links zu weiterführenden
Informationen angegeben, auf die teilweise auch im Text Bezug
genommen wird, damit sich der interessierte Leser ein genaueres
Bild machen kann.
Hier werden Links auf einige Programme und Skripte externer
Anbieter verlinkt, die von der Gemeinde in
microsoft.public.de.security.heimanwender und vom Autor der FAQ
für empfehlenswert erachtet werden. Dies soll aber nicht
heißen, dass diesen Angeboten blind vertraut werden soll.
Vielmehr ist es die Entscheidung jedes Einzelnen, ob er diesen
Angeboten vertrauen möchte oder nicht.
Warum werde ich hier nur blöde angemacht und bekomme keine
Antworten?
Wie überall im Leben gibt es auch in den Newsgroups
bestimmte Regeln des Umgangs miteinander. Diese sind in der sog.
Netikette niedergelegt. Für die Newsgroups der
microsoft.public.de.* Hierarchie findet sich diese unter
http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=fh;DE;NGNetikette.
Diese Regeln wurde nicht willkürlich oder als Selbstzweck
aufgestellt, es gab (und gibt immer noch) gute Gründe für
diese Regeln, auch wenn sie einem Neueinsteiger nicht gleich
ersichtlich werden. Für regelmäßige Leser der
Newsgroup sind Postings, die diese Regeln nicht einhalten sehr
ärgerlich, da sie sehr schwer lesbar sind (also viel Zeit
kosten), weshalb es teilweise zu sehr heftigen Reaktionen kommen
kann. Viele der sog. ''Regulars'' (das sind meist sehr kompetente
Menschen, die schon seit längerem regelmäßig in der
Newsgroup posten) filtern deshalb ganz einfach Postings, die nicht
den Regeln entsprechen (z.B. keinen Realname enthalten) einfach
weg, werden also die Fragen nie zu Gesicht bekommen.
Wenn man also eine vernünftige Antwort auf seine Frage
erhalten möchte sollte man es den potentiellen Helfern so
einfach wie möglich machen:
- Erst die Postings der letzten paar Tage lesen, da bestimmte
Fragen sehr häufig gestellt und beantwortet werden
- Diese FAQ und die hier verlinkten Seiten lesen
- Bei einer Suchmaschine wie z.B. http://www.google.de
suchen. Es gibt auch sehr empfehlenswerte Suchmaschinen speziell
für Newsgroups, mit denen man alte Postings durchsuchen kann
(die meisten Fragen wurden bestimmt schon mehrmals beantwortet):
http://groups.google.de
- Klare Problembeschreibungen verfassen (Welche Versionen werden
verwendet, Wortlaut der Meldungen etc.)
- Vernünftige Zitierweise
- Groß- und Kleinschreibung beachten
- Realname angeben
- Ratschläge annehmen und Lernbereitschaft zeigen
- Keine allgemeinen Fragen zu Windows stellen, die nicht
sicherheitsrelevant sind.
Diese FAQ soll gerade dazu beitragen häufig aufkommende
Fragen zu beantworten und einige harsche Reaktionen zu
vermeiden.
Weiterführende Informationen zum Thema:
- Der erfolgreiche Einstieg in die
Newsgroups:
- http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/erst-lesen-dann-schreiben
- Richtig zitieren:
- http://learn.to/quote
http://got.to/quote
- Outlook Express richtig konfigurieren:
- http://www.oe-faq.de
- Intelligente Fragen stellen:
- http://www.lugbz.org/documents/smart-questions_de.html
- Allgemeine FAQ zu Windows:
- http://www.winfaq.de
Wichtige Grundbegriffe
Die folgenden Begriffe tauchen in diesem Dokument immer wieder
auf:
- Virus
- Ein Virus ist ein Stück
ausführbaren Programmcodes, das mit der primären Absicht
geschrieben wurde, sich selbst verbreiten zu können. Wie beim
biologischen Vorbild auch ist ein Computervirus nicht in der Lage,
eigenständig zu existieren, sondern ist auf ein Wirtsprogramm
angewiesen, mit dem er zusammen ausgeführt wird.
Üblicherweise hängt sich ein Virus an den Wirt an oder
überschreibt diesen teilweise mit seinem eigenen Code. Einige
Viren enthalten neben der Fähigkeit, sich zu vermehren (die
teilweise auch schon allein erheblichen Schaden verursachen kann)
eine sog. Payload (Nutzlast) in Form einer Schadensroutine.
- Trojanisches Pferd
- Ein
Trojanisches Pferd ist ein Programm, das neben der eigentlichen
(oftmals nützlich erscheinenden) Funktion eine weitere,
potentiell schädliche, dem Benutzer unbekannte Funktion
enthält. Beispiele hierfür sind Programme, die
eingegebene Passworte stehlen oder eine Backdoor enthalten. Häufig ist auch der
Begriff ''Trojaner'', dieser ist aber insofern inkorrekt, da er mit
den historischen Wurzeln des Begriffs in Homers Ilias nicht
übereinstimmt.
- Backdoor
- Eine in einem Programm
versteckte Funktion, die es, sofern man Kenntnis von ihrer Existenz
hat, erlaubt, Zugriff auf ein fremdes System zu erlangen.
Häufig geschieht dies durch Eingabe eines bestimmten
Passworts. Heutzutage bieten die meisten Backdoorprogramme
Funktionen an um sich als Server auf einen bestimmten Port zu binden und auf eingehende Verbindungen zu
warten. Viele Backdoorprogramme lassen sich auch völlig normal
zur Fernwartung eines Systems einsetzen, sind also nicht unbedingt
''böse''.
- Wurm
- Ein Wurm ist ein Programm, das
sich über Netzwerkverbindungen verbreitet. Es nutzt zu diesem
Zweck Sicherheitslücken (z.B. Buffer-Overflows) in häufig
eingesetzter Software aus. Im Gegensatz zum Virus ist ein Wurm auch allein ausführbar und
braucht die Wirtssoftware nur um Zugriff auf ein anderes System zu
erlangen. Heutzutage sind die meisten Würmer für die
e-Mail Programme Outlook und Outlook Express von Microsoft
geschrieben, da diese sehr weit verbreitet sind und viele
Angriffspunkte bieten.
In jüngerer Zeit sind auch sehr häufig Würmer
anzutreffen, die sich alleine durch die Mithilfe des Nutzers
verbreiten. Diese Würmer spiegeln eine glaubwürdig
klingende Nachricht vor (z.B. ein Liebesbrief, ein
Sicherheitsupdate von Microsoft oder der neueste Bildschirmschoner
mit Nacktfotos irgendwelcher weiblicher Prominenten zu sein) um so
den Nutzer dazu zu bewegen das Wurmprogramm auszuführen.
- Hoax
- Ein Hoax ist eine Art
Kettenbrief. Meist enthalten Hoaxes interessant klingende
Nachrichten (z.B. Virenwarnung, Microsoft verschenkt Geld usw.) und
fordern den Empfänger dazu auf, die Nachricht so schnell wie
möglich weiter zu verbreiten. Die Inhalte der Nachrichten sind
i.d.R. völlig frei erfunden. Wenn man einen Hoax als solchen
erkannt hat, sollte man seinem Inhalt keinen Glauben schenken und
ihn natürlich auch nicht mehr weiter verbreiten.
- Patch
- Ein Patch ist eine Korrektur
für einen aufgetretenen Fehler in einem Softwaresystem. Dabei
wird keine komplett neue Version verteilt, sondern nur der
schadhafte Teil ersetzt. Man kann einen Patch also mit einem
Flicken auf einem kaputten Fahrradschlauch vergleichen.
- Buffer-Overflow
- Ein
Buffer-Overflow ist ein Fehler in einem Programm, der dazu
führen kann, dass ein Teil des Hauptspeichers
überschrieben wird und so beliebiger anderer Code
ausgeführt werden kann. Fehler dieser Art treten u.a.
häufig dann auf, wenn Programmierer in ihren Programmen
für bestimmte Aktionen (z.B. Benutzereingaben) einen zu
kleinen Speicherbereich (Puffer) vorgesehen haben und nicht
überprüfen ob, die Eingabe auch in diesen paßt.
Durch überlange Eingaben kann es also geschehen, dass der
Puffer überläuft und Teile des eigentlichen Programms
überschreibt. Besonders gefährlich wird dies, wenn der
Puffer über eine Netzwerkverbindung zum Überlaufen
gebracht werden kann. Häufig nutzen dies Würmer zur
Verbreitung aus.
- Dienst
- Unter einem Dienst versteht
man eine Anwendung oder einen Systemprozess, der eine bestimmte
Funktionalität anbietet. Meist geschieht dies über ein
Netzwerk. Zum Beispiel ist ein Webserver ein Dienst, der auf einem
bestimmten Port (i.d.R. TCP-Port 80) erreichbar
ist. Solch ein Dienst stellt aber immer auch ein Einfallstor
für Angriffe dar, weshalb man nur die Dienste anbieten sollte,
die man auch anbieten will, d.h., dass ein PC, mit dem man sich bei
einem Internetprovider einwählt um zu surfen, keinerlei
Dienste anbieten sollte.
- Bindung
- Über eine Bindung wird
ein bestimmter Dienst mit einem bestimmten
Netzwerkgerät (Modem, ISDN-Karte, Netzwerkkarte usw.) so
verbunden, dass Datenpakete, die über dieses Gerät
kommen, den Dienst erreichen können.
Häufig spricht man im Zusammenhang auch von Interfaces, wenn
man ein solches Netzwerkgerät meint. Man kann also über
die Bindungen steuern, welche Diensteaus dem
Internet und welche nur aus dem lokalen Netzwerk erreichbar sind.
Beispielsweise sollte man die ''Datei- und Druckerfreigabe'' nur an
das lokale Netzwerk binden und nicht an das externe Interface, das
z.B. in's Internet geht, außer man möchte seine Dateien
mit der ganzen Welt teilen.
- Port
- Ein Port dient dazu, über
das Internet Protokoll IP übermittelte Daten den richtigen
Anwendungen/Diensten zuzuordnen. Man kann
sich einen Port also als eine Art Buchse vorstellen, in die eine
Datenverbindung hineingeht. Es gibt 65535 zustandsbehaftete Ports
(TCP) und ebensoviele zustandslose Ports (UDP). Ein Port kann zwei
Zustände haben (offen, geschlossen). Von Haus aus ist ein Port
geschlossen, erst wenn ein Dienst diesen Port
öffnet um auf diesem Anfragen entgegen zu nehmen, können
über den Port Daten in den Rechner gelangen. Anfragen, die an
einen geschlossenen Port gesendet wurden, werden vom Betriebssystem
einfach weggeworfen und durch eine entsprechende Antwort
quittiert.
- Portscan
- Bei einem Portscan wird
versucht herauszufinden, ob ein bestimmter Rechner einen bestimmten
Dienst anbietet. Dazu werden ein oder mehrere
Datenpakete an diesen Rechner gesendet. Aus dessen Antworten
(übrigens auch aus der Tatsache, dass er nicht antwortet) kann
man dann schließen, ob bestimmte Ports
offen sind, d.h. dass dort ein Dienst
erreichbar ist. Häufig werden Portscans als Angriffe gewertet,
dies sind sie aber keinesfalls. Jede Verbindungsaufnahme zu einer
Gegenstelle ist schon ein Portscan, es wird zwar nur ein einzelner
Port auf einem einzelnen Rechner gescannt, aber
es ist und bleibt ein Portscan.
Eine ganz gute Analogie ist es, wenn man sich vorstellt mit
vielen Personen in einem großen und absolut dunklen Raum (das
Internet) zu sein. Man kann sich allein durch tasten mit den
Händen (Senden von Paketen) orientieren. Natürlich kann
es sein, dass man dabei versehentlich mit anderen Personen (die
''Gescannten'') in Berührung kommt und diese sich
belästigt fühlen. Es kann auch sein, dass jemand diese
Situation ausnutzt und ihnen die Brieftasche stiehlt (Angriff nach
einem Portscan), aber an sich ist an einer solchen Berührung
nichts verwerfliches, da sie die einzige Möglichkeit ist sich
zu orientieren.
- Firewall
- Eine Firewall ist ein
Konzept um zwei Netzwerke voneinander zu trennen und den
Datenverkehr über diese Verbindung zu kontrollieren und zu
steuern. Eine solche Firewall setzt bestimmte Regeln (Policies
genannt) um, die festlegen welche Kommunikation stattfinden darf
und welche verboten ist. Bestandteile der technischen Umsetzung
einer Firewall sind beispielsweise Paketfilter (Einrichtungen, die
bestimmte Datenpakete aufgrund ihrer Herkunft, ihres Ziels usw.
durchlassen oder verwerfen) oder Proxies (Einrichtungen, die den
Datenverkehr bündeln und als Vermittler zwischen den
Endpunkten auftreten, wobei auch hier anhand des Inhalts und des
Ziels gefiltert werden kann).
Bei mir tauchen immer seltsame Fenster mit Werbung oder
Aufforderungen zu Updates auf. Was kann ich dagegen tun?
In jüngster Zeit treten bei Nutzern von Windows 2000 und XP
verstärkt unerwünschte Dialogfenster auf, die sie vor
vermeintlichen Sicherheitslücken warnen oder zu zwielichtigen
Sex-Angeboten locken wollen. Hinter den angegebenen URLs stehen
zumeist Downloads von sog. Dialern, die durch anwählen von
0190 / 0900-Nummern erhebliche Kosten verursachen können.
Diese Nachrichten nutzen einen von Windows NT/2000/XP
angebotenen Dienst um über das Netzwerk
Benachrichtigungen zu versenden. Dieser Dienst heißt ,, Nachrichtendienst''.
Dieser war ursprünglich dazu gedacht Mitteilungen über
erledigte Druckaufträge auf Abteilungsdruckern oder Warnungen
des Systemadministrators auf die Bildschirme der Anwender zu
bringen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Windows XP auf
Heimrechnern wurde dieses Medium von Spammern entdeckt und genutzt,
um die unerwünschte Werbung direkt auf den Bildschirm des
Anwenders zu schicken, mit dem ''angenehmen'' Nebeneffekt, dass
diese wie eine Systemmeldung aussieht.
Um sich von diesen unerwünschten Pop-Up-Nachrichten zu
befreien gibt es zwei Möglichkeiten:
- Den Nachrichtendienst abstellen.
- Den zugrundeliegenden Dienst vom externen
Interface entfernen.
Die erste Alternative ist schneller erledigt, sie beseitigt
jedoch nur die Symptome. Wie man den Nachrichtendienst abschaltet
wird hier beschrieben:
http://www.kachold.de/winxp.html#Nach.
Die zweite Alternative ist wesentlich empfehlenswerter, da
hierdurch nicht nur die Pop-Ups verhindert, sondern auch noch
andere Sicherheitslücken geschlossen werden. Wie das geht wird
in den folgenden Links beschrieben:
Windows 2000: http://www.computer-security.ch/ids/default.asp?TopicID=165
Windows XP: http://www.computer-security.ch/ids/default.asp?TopicID=164
Weiterführende Informationen zum Thema:
http://www.mynetwatchman.com/kb/security/articles/popupspam/netsend.htm
Ich habe eine Nachricht bekommen, dass ich jdbgmgr.exe (die Datei
mit dem Teddybär Symbol) oder sulfnbk.exe löschen soll,
da dies Viren seien. Stimmt das?
Nein das stimmt nicht. Diese Mitteilungen sind Hoaxes, also schlechte Scherze. Diese Dateien sind
wichtige Bestandteile des Windows Betriebssystems und sollten
auf keinen Fall gelöscht werden. Die Datei jdbgmgr.exe
gehört zum Java-System des Internet Explorer und besitzt
wirklich das Teddybär-Icon. Die Datei sulfnbk.exe gehört
auch zu Windows und dient(e) dazu, lange Dateinamen vor der
Zerstörung durch bestimmte ältere Datenträgertools
zu sichern.
Bevor man solchen oder ähnlichen Warnungen vor Viren
glauben schenkt sollte man sich vorher bei folgender Adresse schlau
machen:
http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax/
Hier werden alle derzeit bekannten Hoaxes
aufgelistet. Ebenfalls ist es zu empfehlen, einfach mal den Namen
der Datei, vor der gewarnt wird, in eine Suchmaschine wie z.B.
http://www.google.de einzutippen.
Ich habe eine Mail mit einem Sicherheitsupdate von Microsoft
bekommen. Kann ich dieser Mail trauen?
Nein! Dies ist mit sehr hoher Sicherheit eine Mail, die
den Wurm ''Gibe.B'' (oder einen seiner
mittlerweile unzähligen Nachfolger, die die selbe Legende
verwenden, zu denen Dumaru.A und Swen.A gehören) enthält.
Diese Familie von Würmern ist zum ersten Mal im März 2002
aufgetaucht, hat seit Beginn 2003 epidemische Ausmaße
angenommen, die größte Welle wurde bisher Mitte
September 2003beobachtet. Er tarnt sich als vorgebliches
Sicherheitsupdate von Microsoft, das angeblich bestimmte
Sicherheitslücken schließen soll. Durch diese, zumindest
glaubwürdig scheinende, Geschichte versucht der Wurm den Anwender dazu zu verleiten, die
angehängte Programmdatei auszuführen. In Wahrheit
installiert sich der Wurm (und in einigen
Versionen zusätzlich noch ein Trojanisches Pferd, das eine Backdoor zum System anbietet) und versendet sich an
alle eMail-Adressen, die er auf der Festplatte finden kann. Wenn
man versehentlich doch den Wurm installiert
hat, so sollte man den unten genannten Ratschlägen für kompromittierte
Systeme folgen.
Generell verschickt kein Softwarehersteller unaufgefordert
irgendwelche Sicherheitsupdates per eMail (man denke allein schon
an die Kosten für die gewaltigen Datenmengen), statt dessen
geben die Hersteller in ihren sog. Advisories (Sicherheitshinweise)
immer eine Adresse an, wo die entsprechenden Patches zum Download stehen (meist wird dort auch
nochmal der Wortlaut der eMail wiederholt). Zusätzlich sind
alle Mails, die Microsoft mit Sicherheitshinweisen verschickt,
durch eine digitale Signatur (PGP) unterzeichnet, so dass der
Ursprung verifiziert werden kann.
Falls man also von einem Softwarehersteller unaufgefordert
''Sicherheitsupdates'' oder Ähnliches zugesandt bekommt,
sollte man keinesfalls die Dateien ausführen, auch wenn diese
eine noch so glaubwürdig klingende Botschaft enthalten.
Weiterführende Informationen zum Thema:
- Informationen von Microsoft zu dem Thema:
- http://www.microsoft.com/germany/technet/sicherheit/bulletins/bogusmails.mspx
- Informationen des BSI zu Gibe.A:
- http://www.bsi.de/av/vb/gibe.htm
- Informationen des BSI zu Dumaru.A /
Mimail.A:
- http://www.bsi.de/av/vb/dumaru.htm
- Informationen des BSI zu Swen.A:
- http://www.bsi.de/av/vb/swena.htm
Outlook Express blendet alle Dateianhänge aus. Wie kann ich
sie wieder anzeigen lassen?
Seit Outlook Express 6 SP1 (im Service Pack 1 für den
Internet Explorer 6 enthalten) enthält Outlook Express eine
neue ''Virenschutzfunktion'', die standardmäßig
aktiviert ist...
Ein Auszug aus der entsprechenden Readme-Datei:
Der Virenschutz ist die Antwort auf die anhaltende
Bedrohung durch E-Mail-Viren. Damit werden programmgestützte
Sendevorgänge blockiert und Benutzer können angeben, ob
Anlagen geöffnet oder gespeichert werden sollen. Auf diese
Option zum Blockieren der vordefinierten Listen von Dateitypen kann
zugegriffen werden, indem Sie im Menü ''Extras'' auf
''Optionen'' klicken und auf der Registerkarte ''Sicherheit'' das
Kontrollkästchen ''Speichern oder Öffnen von Anlagen, die
möglicherweise einen Virus enthalten könnten, nicht
zulassen'' aktivieren. Diese Option ist bei Neuinstallationen und
Updates standardmäßig aktiviert.
Die von OE teilweise verwendete Meldung ''folgende unsichere
Attachments wurden gelöscht'' ist dabei irreführend: OE
löscht keine Attachments, sondern verwehrt nur den Zugriff
darauf, indem es sie ausblendet. Nach dem Deaktivieren der o.a.
Option (Extras - Optionen - Sicherheit - Speichern oder Öffnen
von Anlagen, die möglicherweise einen Virus enthalten
könnten, nicht zulassen) sind alle Attachments wieder
verfügbar.
Weiterführende Informationen zum Thema:
- Artikel der Microsoft Knowledge Base zum
Thema:
- http://support.microsoft.com/?kbid=329570
http://support.microsoft.com/?kbid=291387
- Allgemeine Fragen zu Outlook Express:
- http://www.oe-faq.de
- FAQ-Artikel zum Thema:
- http://oe-faq.de/?56FAQ:2.11
http://insideoe.tomsterdam.com/faqs/why.htm#oe6attach
- Newsgroup zum Thema:
- news:microsoft.public.de.german.inetexplorer.ie6.outlookexpress
Meine Personal Firewall macht Probleme / meldet Angriffe. Was kann
ich tun?
Sog. Personal Firewalls oder auch Desktop
Firewalls sind heute sehr in Mode und werden von einigen
''Fachzeitschriften'' und selbsternannten ''Fachleuten'' sehr
propagiert. Diese Programme sind keine richtigen Firewalls, da eine Firewall
ein Sicherheitskonzept und dessen technische Realisierung ist.
Personal Firewalls enthalten kein Konzept, denn sie melden nur
Anhand bestimmter Regeln ,, verdächtige'' Datenpakete. Diese
Meldungen werden von einem mit der Materie nicht vertrauten
Anwender meist fehlinterpretiert und sind somit nutzlos.
Die gemeldeten ''Angriffe'' sind in über 99% der Fälle
harmlose Portscans, Anfragen von
Filesharingprogrammen (wie z.B. eDonkey) oder schlicht Antworten
auf vom eigenen Rechner versandte Datenpakete, also einfach das
völlig normale und harmlose Hintergrundrauschen des
Internet.
Die Verfechter der Personal Firewalls führen einige gut
klingende Argumente an, die für die Nutzung eines solchen
Produkts sprechen sollen. Bei genauerem Hinsehen halten diese
jedoch einer objektiven Betrachtung nicht stand. Eine
ausführliche Auseinandersetzung mit diesen Argumenten findet
sich unter http://faq.underflow.de/pfargumente/
Aufgrund dieser konzeptionellen Schwächen kann man von
Personal Firewalls als Sicherheitsmaßnahme nur abraten.
Solche Programme taugen allenfalls dazu, mehr über das eigene
System zu lernen, doch selbst dazu gibt es passendere
Werkzeuge.
Weiterführende Informationen zum Thema:
- de.comp.security.misc-FAQ:
- http://www.stud.tu-ilmenau.de/~traenk/dcsm.htm#Firewall
- de.comp.security.firewall-FAQ:
- http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/usenet/Firewall.html
- Felix von Leitners Papers zum Thema (sehr
deutlich!):
- http://www.fefe.de/pffaq/halbesicherheit.txt
http://www.fefe.de/pffaq/
- FAQ des Rechenzentrums der Universität
Heidelberg:
- http://www.urz.uni-heidelberg.de/Netzdienste/firewall/pers-firewall.shtml
- Eine weitere FAQ zu dem Thema:
- http://www.nabooisland.com/publications/pffaq/
- Wie Personal Firewalls umgangen werden:
- http://home.arcor.de/nhb/pf-umgehen.html
http://www.stud.tu-ilmenau.de/~traenk/zaweg.htm
http://my-forum.netfirms.com/zone/zcode.htm
http://www.pcflank.com/art21.htm
http://www.computerbetrug.de/firewalls-umgehung.php
- Warum Personal Firewalls auch in Zukunft nicht sicher
sein werden (englisch):
- http://www.freefire.org/grc-letter.html
- Ein Tool zum Testen der Lücken der eigenen
Personal-Firewall:
- http://www.atelierweb.com/awft/
- IPSec-Policies:
- http://cert.uni-stuttgart.de/os/ms/ipsec-paketfilter.php
- Firewall-Konzepte:
- http://www.oreilly.de/catalog/fire2ger/chapter/
- Sicherheit in Netzen:
- http://www.netzmafia.de/skripten/sicherheit/index.html
- TCP/IP Grundlagen:
- http://kris.koehntopp.de/artikel/tcpip-technik/
http://www.netzmafia.de/skripten/netze/netz8.html
http://www.lug-sw.de/tcp_ip.html
http://people.ee.ethz.ch/~strub/tcp-ip/tcp-ip.html
Wie kann ich denn nun mein System vernünftig absichern?
Um ein System sicher zu machen muß man sich erst über
einige Dinge klar werden:
- Welche Bedrohungen können auftreten?
- Welchen Sicherheitsgrad benötige ich?
- Welche Schäden / Folgen können auftreten, wenn mein
System kompromittiert wird?
- Auch wenn ich keine wichtigen Daten habe, kann mein Rechner
trotzdem als Ausgangspunkt für Angriffe auf weitere Rechner
dienen
- 100%ige Sicherheit gibt es nicht!
- Sicherheit gibt es nicht umsonst, d.h. es kostet Zeit und/oder
Geld ein System abzusichern!
Eine viel tiefgehendere Einführung in die Thematik der
Sicherheitskonzepte und ihrer Realisierung findet sich im ''Site
Security Handbook'' der IETF (RFC 2196). Das Dokument richtet sich
zwar primär an professionelle Systemadministratoren, jedoch
ist es auch für erfahrenere Heimanwender als Überblick zu
empfehlen. Im ''User' Security Handbook'' der IETF (RFC 2504)
findet sich eine sehr empfehlenswerte allgemeine Zusammenfassung
von möglichen Bedrohungen und entsprechenden
Gegenmaßnahmen, die ganz speziell auf Anwender zugeschnitten
ist.
Wenn man sich über die eigenen Anforderungen an ein
Sicherheitskonzept klar geworden ist, kann man beginnen solch ein
Konzept aufzustellen und es dann zu realisieren.
Für den typischen Heimanwender (Rechner mit Dial-Up-Zugang
ins Internet, evtl. noch ein kleines Heimnetzwerk) sollten folgende
Maßnahmen eine vernünftige Grundlage, auf der man ein
entsprechendes Konzept aufbauen kann, sein:
- Keine nicht vertrauenswürdige Software (z.B. aus dubiosen
Quellen) nutzen, nur Original-Software einsetzen.
- Ein Betriebssystem verwenden, das verschiedene Benutzerrechte
anbietet (z.B. Windows NT/2000/XP).
- Ein Dateisystem, das ACLs (Zugangsberechtigungen) anbietet
einsetzen (z.B. NTFS) und natürlich auch entsprechende ACLs
setzen.
- Nie als Administrator arbeiten. Vor administrativen Arbeiten
genau nachdenken was man tut. Achtung: unter Windows 9x und Windows
ME ist jeder Nutzer automatisch Administrator!
Einige (schlecht programmierte) Anwendungen erfordern für
den Betrieb Zugriff auf Dateien oder Registry-Einträge,
für die ein normaler Anwender keine ausreichende
Berechtigungen besitzt. Ein fortgeschrittener Anwender kann solche
Dateien und Registry-Einträge mit Werkzeugen wie FileMon und
RegMon identifizieren und die Berechtigungen entsprechend anpassen.
Eine weitere Möglichkeit ist es solchen Programmen
administrative Rechte zu geben, indem man mittels Werzeugen wie
runas (Bestandteil von Windows) oder SUperiorSU ausführt, was
jedoch ein Sicherheitsrisiko darstellt, da der Anwender so auf
Dateien (und evtl. auch Anwendungen) zugreifen kann, für die
er selbst keine Berechtigungen besitzt.
- Für jeden Benutzer sichere Passwörter verwenden, d.h.
mindestens 6 Zeichen lang, Kombinationen aus Groß- und
Kleinbuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen. Vor allem sollten keine
Begriffe aus dem privaten Umfeld (Name der Freundin, des Hundes,
Autokennzeichen o.Ä.) oder aus irgendwelchen
Wörterbüchern verwendet werden. Die Passwörter
sollte man regelmäßig (mindestens einmal im Jahr)
wechseln und keinesfalls notieren (außer vielleicht auf einem
Zettel, der im Safe liegt).
- Alle unnötigen Dienste abschalten,
die benötigten Dienste nur an die
Interfaces binden, auf denen sie benötigt werden. Wegen grober
Fehler in der Architektur von Windows können manche Dienste nur global für alle Interfaces gesteuert
werden, was zur Folge haben kann, dass z.B. die
''Netzwerkumgebung'' nicht mehr im vollen Umfang funktioniert, wenn
man einen solchen Dienst beendet. Für
diese Aufgabe gibt es im Netz entsprechende Anleitungen und
automatisierte Skripte, die es auch Laien ermöglichen, eine
sichere Konfiguration zu erreichen.
Sollte man also auf die entsprechenden Dienste im LAN angewiesen sein, so ist zu empfehlen
einen externen Paketfilter für den Internetzugang zu
verwenden. Keinesfalls sollte man auf hostbasierte Paketfilter wie
die sog. ''Personal Firewalls'' zurückgreifen, da dieser
Ansatz keine Sicherheit bringen kann. Eine Alternative zur
Paketfilterung auf dem Host selbst können in begrenztem
Maße die IPSec-Policies sein, wobei diese als kleinen
Schönheitsfehler keine standardkonformen ''Reject''-Regeln
erlauben, sondern Pakete nur vollständig blocken können,
d.h. ohne Fehlermeldung an die Gegenstelle verwerfen.
- Inhärent unsichere Software, die in der Vergangenheit
schon oft durch Sicherheitslücken aufgefallen ist (z.B.
Internet Explorer, Outlook / Outlook Express, Internet Information
Server, Filesharing-Tools, ICQ & Co.), durch bessere
Alternativen (z.B. Mozilla Firefox, Opera, Apache usw.) ersetzen
bzw. wenn möglich ganz darauf verzichten.
- Die genutzte Software sicher konfigurieren. Z.B. ActiveX und
Active Scripting / Java Script deaktivieren,
Makro-Funktionalitäten in den Office Produkten
einschränken (wenn man sie nicht benötigt, einfach ganz
deaktivieren) etc.
- Sicherheitsupdates zeitnah nach dem Erscheinen einspielen. Dies
kann z.B. durch regelmäßige, d.h. mindestens einmal
wöchentliche, Nutzung von Windows Update (zwar nicht optimal,
aber für den Heimanwender immer noch die beste Lösung)
geschehen.
Für alle, die Windows-Update aus verschiedensten
Gründen nicht nutzen wollen oder können, existieren
Quellen, die Skripte zum Download und zur Offline-Installation der
Patches für MS Windows anbieten, die ohne Windows Update
auskommen. Diese Skripte erlauben es auch, sich die Patches einmal
herunterzuladen und auf vielen verschiedenen Rechnern offline
einzuspielen.
- Sicherheits-Mailinglisten abonnieren, um über neue
Schwachstellen und Patches informiert zu sein.
Beispiele sind Bugtraq (englisch, relativ hohes
Nachrichtenaufkommen) oder RUS-CERT-Ticker (deutsch, umfassende
Bewertungen, leider momentan nur eingeschränkter Betrieb).
Auch einzelne Softwarehersteller wie z.B. Microsoft bieten solche
Dienste per e-Mail an, die auf Probleme mit den Programmen des
jeweiligen Herstellers beschränkt sind.
- Bei fremden Dateien (z.B. aus Downloads oder
eMail-Anhängen) lieber zweimal nachdenken bevor man sie
ausführt. Bei unverlangten Attachments lieber beim Absender
nachfragen, ob diese auch von ihm stammen. Achtung: auch scheinbare
Datendateien (wie z.B. von diversen Office-Programmen) können
ausführbare Inhalte besitzen und damit gefährlich sein!
Als ganz einfache Regel kann man sagen, dass man nur die
Attachments oder Downloads öffnen sollte, bei denen man
keinerlei Zweifel an deren Ursprung und Vertrauenswürdigkeit
hat. Sobald man auch nur ein bißchen zweifelt, sollte man
lieber zuerst beim Absender nachfragen, oder ganz auf das
Öffnen verzichten und die Mail löschen. Keine Angst, man
''blamiert'' sich durch das Nachfragen keineswegs, im Gegenteil, es
ist ein Zeichen für sichere Beherrschung des Mediums
(natürlich nur, wenn man dem Gegenüber den Grund der
Nachfrage erklärt). Das Einzige, was wirklich peinlich werden
kann, ist, wenn man den gesamten Bekanntenkreis mit
Viren/Würmern überschüttet, und eben dies wird so
verhindert.
- Evtl. einen Virenscanner einsetzen (nicht den sog. ,,
residenten'' Teil, der ständig im Hintergrund nach
Schadprogrammen sucht, da dieser so gut wie keinen
Sicherheitsgewinn bringt und zudem immens Rechenleistung
verbraucht). Wenn man stets alle Sicherheitsupdates rechtzeitig
einspielt, vernünftige und korrekt konfigurierte Software
einsetzt und die nötige Vorsicht mit fremden Dateien walten
läßt, sollte aber ein Virenscanner unnötig sein.
Man muß sich, falls man sich doch für ein solches
Programm entscheidet, aber sehr genau im klaren darüber sein,
dass Virenscanner ausschließlich bekannte, unmodifizierte
Viren erkennen können (und das auch nur mit Erfolgsquoten von
maximal 95%). Bei allen neu auftretenden Viren / Würmern ist
man auch mit Scanner schutzlos, da ein Wurm
sich heutzutage in 1-2 Tagen weltweit verbreiten kann und i.d.R.
einige Stunden bis etwa 5 Tage (dies hängt vom Hersteller und
dem gewählten Update-Service ab) vergehen bis erste
Signaturupdates für die Scanner verfügbar sind. Teilweise
werden Bestandteile eines Schadprogramms von den Herstellern der
Virenscanner überhaupt nicht als solche erkannt, wie es z.B.
lange Zeit bei einem Teil der ''Nutzlast'' des Sobig.A Wurms der Fall war. Deshalb sollte man, wenn man einen
Scanner einsetzt trotzdem mindestens genauso vorsichtig sein wie
ohne und zudem regelmäßig (wöchentlich dürfte
ein guter Kompromiß sein) Signaturupdates einspielen um ein
einigermaßen vernünftiges Maß an Sicherheitsgewinn
aus einem Virenscanner ziehen zu können.
Wenn man diese Einschränkungen nicht kennt, oder nicht
beachtet, kann sich, wegen der Mängel des Konzepts und des
Effekts der Risikokompensation, durch die Nutzung eines
Virenscanners das Sicherheitsniveau sogar verschlechtern.
- Regelmäßige Backups der Daten (nicht der Programme,
denn diese verbrauchen nur unnötig Zeit und Platz auf den
Backupmedien und können von den Original Datenträgern
schneller neu installiert werden) durchführen und die
Backupmedien vom Rechner getrennt aufbewahren. Man sollte sich aber
auch regelmäßig vergewissern, dass die Backups auch
wieder zurückgespielt werden können.
- Ein Konzept für den Fall einer Kompromittierung des
Systems griffbereit haben.
Weiterführende Informationen zum Thema:
- Dienste abstellen:
- Windows 2000: http://www.computer-security.ch/ids/default.asp?TopicID=165
Windows XP: http://www.computer-security.ch/ids/default.asp?TopicID=164
- Dienste abstellen mit einem automatischen Skript, das
die empfohlene Konfiguration der vorgehenden Seiten
herstellt:
- http://www.ntsvcfg.de/
- Das ganze als ``one-click'' Lösung für
absolute Laien:
- http://www.dingens.org/
- Windows Updates offline installieren:
- http://winpatches.freewww.info/
- RUS-CERT:
- http://cert.uni-stuttgart.de
- Bugtraq:
- http://www.securityfocus.com/archive/1
- Microsoft
Sicherheitsbenachrichtigungsdienst:
- http://www.microsoft.com/germany/technet/datenbank/articles/430926.mspx
- ''Users' Security Handbook'' / RFC 2504
(engl.):
- ftp://ftp.rfc-editor.org/in-notes/rfc2504.txt
- ''Site Security Handbook'' / RFC 2196
(engl.):
- ftp://ftp.rfc-editor.org/in-notes/rfc2196.txt
- Unbehobene Sicherheitslücken im Internet
Explorer:
- http://www.safecenter.net/UMBRELLAWEBV4/DirSvc/security/trie/index.html
http://www.pivx.com/larholm/unpatched/
- Browser sicher konfigurieren:
- http://www.heise.de/security/dienste/browsercheck/anpassen/
- Grundlegende Tipps zur Absicherung einer neuen Windows
2000 Installation:
- http://www.microsoft.com/germany/technet/datenbank/articles/600237.mspx
- Grundlegende Tipps zur Absicherung einer bestehenden
Windows 2000 Installation:
- http://www.microsoft.com/germany/technet/datenbank/articles/600236.mspx
- Beschreibung der Dienste von Windows
2000:
- http://www.different-thinking.de/windows_2000_dienste.php
- IPSec-Policies:
- http://cert.uni-stuttgart.de/os/ms/ipsec-paketfilter.php
- Online Sicherheitscheck des niedersächsischen
Datenschutzbeauftragten:
- http://check.lfd.niedersachsen.de/start.php
- Sicherheitslücken des Browsers
testen:
- http://www.heise.de/ct/browsercheck/
- Sicherheitsmaßnahmen im
Überblick:
- http://www.enyo.de/hweimer/security/massnahmen.html
- Sicherheitsratgeber des Bundeamt für Sicherheit in
der Informationstechnik (BSI):
- http://www.bsi-fuer-buerger.de/
- Gefahren durch Aktive Inhalte:
- http://www.bsi.bund.de/fachthem/sinet/aktiveinhalte/index.htm
- Sicherheit in Netzen:
- http://www.netzmafia.de/skripten/sicherheit/index.html
- Wie Virenscanner von Schadprogrammen umgangen
werden:
- http://members.lycos.co.uk/scheinsicherheit/
- Warum Kompromittierungen nicht unvermeidbar
sind:
- http://www.mathematik.uni-marburg.de/~wetzmj/index.php?viewPage=sec-compromise.html
- Häufige Missverständnisse in der
Computersicherheit (engl.):
- http://plastictree.net/articles/securitymisconcept/index.html
- Regmon und Filemon:
- http://sysinternals.com/Utilities/Filemon.html
http://sysinternals.com/Utilities/Regmon.html
- SUperior SU:
- http://www.stefan-kuhr.de/supsu/main.php3
Ich habe einen Virus / Dialer / ''Trojaner'' / wurde ''gehackt''.
Was soll ich tun?
Wenn ein System kompromittiert wurde, sollte man genau wissen
wie man zu verfahren hat, um den Schaden einzudämmen.
Virenscanner bieten zwar als einfache Lösung an, das System zu
''säubern'', dies kann aber nicht erfolgreich sein, da ein
Angreifer (Virus / Wurm /
Dialer / Cracker etc.) längst beliebige Systemdateien ersetzt
haben könnte (und vermutlich auch hat) und sich so im System
festgesetzt hat. Solch einer Reinigung durch einen Virenscanner
kann man nur dann vertrauen, wenn man Prüfsummen aller
(System-)Dateien hat und diese auch von einem Nachweisbar sauberen
Datenträger aus verifizieren kann. Dies ist jedoch sehr selten
der Fall, da ein solches Verfahren auf einem Desktop-System kaum zu
realisieren ist.
Deshalb sollte man folgendes Vorgehen wählen:
- System sofort von allen Netzwerkverbindungen (LAN, Internet
etc.) trennen.
- Evtl. den gesamten Inhalt der Systemdatenträger sichern,
um im Falle eines straf-/ zivilrechtlichen Vorgehens Beweise zu
haben. Für die meisten Heimanwender dürfte dies aber
nicht nötig sein. Eine Ausnahme bildet der Fall, dass man
einen sog. ''Dialer'' installiert hat. Hier sollte man auf jeden
Fall eine Vollsicherung durchführen. Falls man vermutet, dass
auch schon Kosten angefallen sind, sollte man evtl. sogar den
gesamten Rechner als Beweismittel zur nächsten
Polizeidienststelle bringen und Anzeige erstatten.
- Feststellen welcher Art die Kompromittierung war und auf
welchem Wege das System kompromittiert wurde.
- Alle evtl. betroffenen Dritten informieren.
- Evtl. nötige Patches und Updates
herunterladen. Hierzu ist ein sauberer Rechner notwendig, wie z.B.
ein anderes System, oder ein Rettungssystem, wie z.B. Knoppix, das
von CD lauffähig ist. Die Patches und
Updates sollten wenn möglich auf einem schreibgeschützten
Datenträger (CD-ROM, Diskette etc.) gespeichert werden, damit
sie nicht kompromittiert werden können.
- Alle Passwörter, die auf dem kompromittierten System
verwendet wurden (also z.B. Login-, Mail- oder
Website-Passwörter, aber auch die PIN für das
Online-Banking) sofort ändern oder sperren lassen, da ein
Angreifer die Passwörter z.B. verwenden kann, um erneut in das
abgesicherte System einzudringen oder mit der Identität des
Nutzers Transaktionen im Internet auszuführen.
- Alle Datenträger neu formatieren und sämtliche
Software von den Originaldatenträgern neu einspielen.
- Das letzte, vor der Kompromittierung erstellte, Backup der
Daten (nicht die Vollsicherung, die zu Beweiszwecken erstellt
wurde!) zurückspielen.
- Die genutzte Sicherheitslücke (z.B. durch Einspielen der
nötigen Patches) schließen und
prüfen, ob es evtl. weitere, ähnliche Lücken gibt
und diese ebenfalls schließen.
- Erst jetzt das System wieder an die Netzwerke anbinden.
- Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen und ggf. das eigene
Sicherheitskonzept entsprechend anpassen.
Dieses Verfahren wird auch von Mircosoft, CERT und den
entsprechenden Abschnitten des ''Users' Security Handbook'' der
IETF (RFC 2504, Abschnitt 6.2) als Maßnahme zur Beseitigung
einer Kompromittierung empfohlen.
Dass es wirklich nicht ausreichend ist, nur das Schadprogramm
allein durch einen Virenscanner entfernen zu lassen, hat der
Wurm Sobig - in all seinen Varianten - gezeigt.
Er installierte unbemerkt (auch von Antivirus-Herstellern) ein
Trojanisches Pferd und zusätzlich eine modifizierte Version
des WinGate Proxies, der u.a. von Spam-Versendern zur
Verschleierung ihrer Identität oder als quasi anonyme
Ausgangsbasis für Angriffe auf andere Systeme mißbraucht
wird. Nähere Informationen zu diesem Vorfall finden sich unter
http://www.lurhq.com/sobig.html und
http://www.lurhq.com/sobig-e.html
(englisch).
Weiterführende Informationen zum Thema:
- Empfehlungen von Microsoft:
- http://www.microsoft.com/technet/community/columns/secmgmt/sm0504.mspx
http://www.microsoft.com/germany/technet/datenbank/articles/600230.mspx
- Warum nach einer Kompromittierung der Rechner nicht
mehr dir gehört:
- http://www.microsoft.com/technet/archive/community/columns/security/essays/10imlaws.mspx
- Empfehlungen des CERT (engl.):
- http://www.cert.org/security-improvement/practices/p051.html
- ''Users' Security Handbook'' / RFC 2504
(engl.):
- ftp://ftp.rfc-editor.org/in-notes/rfc2504.txt
- Warum Kompromittierungen nicht unvermeidbar
sind:
- http://www.mathematik.uni-marburg.de/~wetzmj/index.php?viewPage=sec-compromise.html
- Knoppix Live-CD:
- http://www.knopper.net/knoppix/
Ich habe eine Datei / einen Ordner verschlüsselt und nun
Probleme damit. Was muß ich beachten?
Die neueren Windows-Varianten bieten eine Erweiterung des
NTFS-Dateisystems namens EFS (Encrypting File System) an, mittels
derer man einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse
verschlüsseln kann. Dabei kommt auch ein sog. Public-Key
Verfahren zum Einsatz. Bei diesem existiert ein öffentlicher
(d.h. frei zugänglicher) Schlüssel und ein privater
(geheimer) Schlüssel. Der private Schlüssel wird im
Profil des jeweiligen Benutzers als sog. Zertifikat gespeichert und
wird zum Entschlüsseln der verschlüsselten Daten
benötigt.
Hierbei gibt es einige Probleme, die dazu führen
können, dass der Schlüssel verloren geht und die Daten
nicht mehr zugänglich sind. Bei folgenden Gelegenheiten kann
dies geschehen:
- Bei der Neuinstallation (auch beim sog.
''Überinstallieren'') von Windows
- Beim Löschen und der anschließenden Neu-Anlage eines
Benutzers unter dem selben Namen
- Teilweise beim Import eines zuvor gesicherten
Schlüssels
- Beim Ändern eines Passworts durch den Administrator (nur
unter Windows 2000)
Die ersten beiden Probleme beruhen darauf, dass der Schlüssel
fest mit der SID (einer eindeutigen Kennummer) des Benutzers
verbunden ist. Bei diesen beiden Aktionen ändert sich diese
SID und der Schlüssel wird unbenutzbar. Im dritten Fall, der
vor allem bei Windows 2000 auftritt, ist noch nicht genau
geklärt, woran es liegt, man sollte aber äußerst
vorsichtig beim Im/Export seiner Zertifikate sein. Der letzte Fall
tritt auf, da unter Windows 2000 der Schlüssel mit dem
Anmeldekennwort des Nutzers gesichert wird.
Für den Fall des Verlustes eines Schlüssel wird
für jeden Benutzer ein ''Nachschlüssel'' beim sog.
''Recovery Agent'' des Systems (meist ist dies der Administrator)
hinterlegt, mit dem man wieder an die Daten gelangen kann.
Vom Sicherheitstandpunkt her muß man anmerken, dass das
Zertifikat allein durch das Anmeldekennwort des Benutzers
geschützt ist. Wenn dieses also gebrochen wird, sind
automatisch auch die Dateien lesbar.
Wenn man die Sicherheitsrisiken und den möglichen
Datenverlust in Betracht zieht, kann man EFS nur eingeschränkt
empfehlen. Andere (teilweise frei verfügbare) Programme wie
z.B. Scramdisk, PGPDisc, DriveCrypt (der kommerzielle Nachfolger
von Scramdisk), SafeGuard Easy, Controlbreak SafeBoot Solo und GPG
sind hier eher zu empfehlen, da sie weniger Gefahren bei mindestens
gleichwertigem Sicherheitsniveau bieten.
Weiterführende Informationen zum Thema:
- Anleitungen zur Einrichtung und zum Gebrauch von
EFS:
- http://www.kire.ch/datenschutz/efs.htm
http://www24.brinkster.com/thorsten123/faq/partitionieren/win2000/enc.htm
- Drive-Crypt:
- http://www.drivecrypt.com/
- GPG:
- http://www.gnupg.de/
- PGPDisc:
- http://www.pgpi.org/products/pgpdisk/
- Scramdisk:
- http://www.scramdisk.clara.net/
- Utimaco SafeGuard Easy:
- http://www.utimaco.de
- Controlbreak SafeBoot Solo:
- http://www.safeboot.com
Die Startseite meines Internet Explorers wurde verändert. Was
kann ich dagegen tun?
In jüngerer Zeit tritt massiv das Phänomen auf, dass
die Startseite des Internet Explorers nach dem Surfen im WWW
verändert ist oder unerwünschte Toolbars im Internet
Explorer auftauchen. Meistens tritt dieses Verhalten erst nach dem
nächsten Start des Internet Explorers auf, so dass der genaue
Grund kaum nachvollziehbar ist, und ist auch nicht durch manuelles
Einstellen der Startseite dauerhaft zu beheben. Zumeist wird dabei
die Startseite auf ein Erotikangebot, eine bestimmte Suchmaschine
oder eine sog. Bannerseite umgeleitet. All diesen Angeboten ist
gemein, dass die Anbieter, wie z.B. Xupiter oder Lop.com, damit
Geld verdienen möchten. Dieses Phänomen wird häufig
''Hijacking'' genannt, die Software die dahinter steckt wird als
''Spyware'' bezeichnet. Dabei wird die Tatsache, dass sehr viele
Nutzer mit viel zu laxen Sicherheitseinstellungen für den
Internet Explorer ''unterwegs'' sind, keine Sicherheitsupdates
einspielen, oder leichtfertig Sicherheitsabfragen bestätigen,
ausgenutzt, um entsprechende ActiveX-Controls, Erweiterungen
für den Internet Explorer (auch Browser Helper Objects
genannt), Scripte oder Plugins in das System des Anwenders
einzuschleusen, die dafür sorgen, dass sich diese
Einstellungen im Internet Explorer ''festsetzen''. Schlimmer noch,
eine Vielzahl der Spyware-Programme zeichnet detailliert das
Surf-Verhalten (und evtl. noch wesentlich persönlichere Daten,
wie z.B. Passwörter) des Benutzers auf und übermittelt es
an den Ersteller dieser zweifelhaften Software. Über die
Gefährdung der Privatsphäre des Nutzers hinaus haben
diese Programme teilweise auch massive Auswirkungen auf die
Stabilität und die Geschwindigkeit des Systems, so dass
häufig Abstürze oder langsame Reaktionen auf Eingaben zu
beobachten sind.
Wie kann man denn nun mit solch einer Veränderung umgehen?
Zunächst muss man sich klarmachen, dass durch die
eingeschleussten Programme beliebige Veränderungen am System,
neben den offensichtlichen häufig auch versteckte, vorgenommen
worden sein können. Deshalb ist auch hier das im obigen
Abschnitt zum Umgang mit
Kompromittierungen angegebene Verfahren dringend zu
empfehlen.
Wem dieses Verfahren zu aufwändig ist, der kann sich
für den Einsatz eines der sog. ''Spyware-Cleaner'' Programme,
wie z.B. AdAware, Spybot etc. entscheiden. Diese Programme
können i.d.R. die meisten bekannten und harmloseren
Schadprogramme beseitigen. Dabei muss man sich allerdings
darüber im Klaren sein, dass diese Programme gegen neue oder
unbekannte Varianten keine Chance haben können und auch keine
weitergehenden Änderungen am System, die evtl. vorgenommen
wurden, beheben können. Vielfach decken diese Spyware-Cleaner
nur einen Teil der in Umlauf befindlichen Spyware-Varianten ab, so
dass es oft erforderlich ist, mehrere solcher Reinigungsprogramme
zu verwenden. Aggressive Varianten der Spyware graben sich
teilweise sehr tief in das System ein und können so sogar die
Reinigungprogramme blenden und ihre Existenz so verschleiern.
Deshalb muss hier nochmal darauf hingewiesen werden, dass nur das
im obigen Abschnitt zum Umgang mit
Kompromittierungen angegebene Verfahren diese Programme
wirklich zuverlässig beseitigen kann.
Wie kann man sich in Zukunft vor solchen Programmen
schützen? Da diese Programme (bisher) ganz gezielt die
Möglichkeiten des Internet Explorers ausnutzen, die von keinem
anderen Browser in dieser Form geboten werden, ist die einfachste
Lösung, vom Internet Exlorer auf einen sichereren Web-Browser
wie z.B. Mozilla Firefox oder Opera umzusteigen. Alle Nutzer, die
zu einem Wechsel nicht bereit sind, sollten die
Sicherheitseinstellungen des Internet Explorer auf wesentlich
striktere Einstellungen ändern und regelmässig
Sicherheitsupdates für ihren Browser einspielen (was
natürlich auch für die alternativen Web-Browser gilt).
Generell sollte man aber auf jeden Fall die im obigen Abschnitt
über die Absicherung des Systems
gegebenen Ratschläge beachten.
Weiterführende Informationen zum Thema:
- Mozilla Firefox
- http://www.mozilla.org/products/firefox/
- Opera
- http://www.opera.com/
- Spybot Search&Destroy:
- http://www.safer-networking.org/de/spybotsd/index.html
- AdAware:
- http://www.lavasoft.de/german/software/adaware/
- HijackThis (für erfahrene Nutzer):
- http://www.tomcoyote.org/hjt/
http://www.spywareinfo.com/~merijn/
Dank an ...
In alphabetischer Reihenfolge:
- Wolfgang Ewert
- Carsten Krueger
- Arno Luppold
- Paul Muster
- Bernd H. Steiner
- Urs Tränkner
- uvm.


Ralf Schroth 2005-07-28